WIE WIRKSAM SIND NEUROVIBES©? | Eine kritische Betrachung

Im Zuge der medialen Vermarktung vom sog. MindMachines seit den späten 1980er-Jahren – unter anderem gestützt auf Bücher wie beispielsweise „Megabrain“ von Michael Hutchison – wurden bei vielen Menschen beträchtliche Hoffnungen auf deren garantierte Wirkungen geweckt. Zwei Jahrzehnte später war dies bei den neu aufgekommenen rein akustisch aufgebauten Produkten zur Gehirnwellensteuerung (auch: „Brainwave Entrainment“ genannt) ebenso. Es werden jedoch hierbei zu oft nicht erfüllbare Erwartungen geschürt, die mit realen Ergebnissen nicht in Einklang stehen oder standen. Exemplarisch seien hier allgemein Wünsche bezüglich Geldvermehrung durch sog. Subliminals-Suggestionen, die Steigerung der persönlichen Intelligenz oder allgemein die Erreichung optimaler psychologischer Fitness genannt.

Obwohl Nutzer und Nutzerinnen überwiegend von deutlichen oder zumindest nachvollziehbaren Effekten akustisch aufgebauter Produkte zur Gehirnwellenprogrammierung berichten, zu deren Gruppe auch die impulsgebende neuronale Vibrationen der NEUROVIBES© zählen, darunter erheblich verbesserte Schlafzustände, eine erleichterter Weh zu Entspannung oder erhöhte Inspirationskräfte, darf nicht außer Betracht bleiben, dass die Frequenzen, die innerhalb des zentralen Denkorgans schwingen, nur eine von mehreren Variablen sind, welche die Gehirnfunktion bestimmen, weshalb es nie allein mit Hilfe der Schwingungsfrequenzen gelingen kann, das eigene Gehirn in einem bestimmten Funktionsbereich zu fördern oder zu „programmieren“.

Gleichwohl: Gehirnwellen können auf die unterschiedlichste Art und Weise beeinflusst werden und eine Kombination verschieden Taktiken kann einen möglicht großen Wirkungsweg erzeugen. Wichtig ist Enspannung, bevor es an an die Gehinwellenbeeinflussung geht – dies ist vor allem aus dem Bereich der Meditation bekannt. Ist ein Mensch entspannt, kann er seine alltäglichen Gedanken „abschalten“, sind die unterschiedlichsten Effekte erzielbar und eine seelische Tiefenentspannung macht es möglich, den mentalen „Werkzeugkasten“ mit Techniken, Methoden und Wirkungsweisen zu nutzen, um wirkungsvoll mit unserem Innersten zu kommunizieren. Wer nicht richtig entspannen kann, bei dem werden akustisch aufgebaute Produkte zur Gehirnwellenprogrammierung höchstwahrscheinlich nicht wirken.

Überhaupt betonen seriöse Anbieter wie Rainer W. Sauers CBQ mit deren NEUROVIBES© immer wieder, dass das, was man anbietet kein Wunderprodukt sei, da die Ergebnisse bei der Anwendung variieren können. CBQ betont zudem, dass NEUROVIBES©-Produkte nicht dazu gedacht sind, Krankheiten zu diagnostizieren, zu behandeln, zu heilen oder zu verhindern und man fügt an: „Bitte fragen Sie vor der Anwendung einen Arzt.“ Das unterscheidet sich signifikant von den Versprechungen einiger Mitbewerber, die beispielsweise mit Sprüchen wie „Schmeißen Sie das Buch der 1000 Ausreden auf den Müll.“ oder „Unsere xxx sind der Escortservice zu Ihrem Gehirn!“ werben.

Noch einmal: Man kann Gehirnwellen nachweislich beeinflussen, es funktioniert aber nicht in jedem Fall. Spürt oder erfährt man die gewünschten Effekte – also dass man seine Gehirnwellen auf ein bestimmtes Muster synchronisiert, sie quasi “ einschwingen“ lässt, indem man sie von außen auf akustischem Weg stimuliert* – jedoch am eigenen Leib resp. Gehirn, dann ist man schnell davon überzeugt, dass es dem Geist etwas „bringt“, wenn man seine mentalen Fähigkeiten vorteilhaft stärkt und nachteilige Wirkungen rasch nachlassen.

gez.

Dr. med. Lukas Schubert, Facharzt für Nervenheilkunde


* = sehen Sie sich als prinzipielles Beispiel hierzu gerne dieses faszinierende Video (sponsored by Kiwico) an.